Willkommen im AWO-Zentrum Freilassing
Kirchwei, wie es sein soll!
04
November 2021

Im Gedenken an unsere Verstorbenen

Im Altenpflegeheim nimmt das Gedenken an die Verstorbenen einen wichtigen Platz ein, der so würdevoll und lebensnah wie möglich sein soll. Dazu haben wir nach dem Umzug nun den Grundstein für ein neues Ritual gelegt, das wir jedes Jahr im Gedenken an unsere Verstorbenen durchführen wollen.

In der Kapelle steht ein wunderschöner Altar, der aus Zirbenwürfeln besteht, die versetzt auf einander aufgestellt wurden. Sie stehen da so versetzte, dass zwischen jedem Würfel ein Loch in der Größe eines Würfels ist. Die Gestaltung ist einfach, aber effektvoll und brachte Betreuungsassistentin Alex Huber auf eine Idee: aus Ihrem privaten Umfeld hatte sie Zugang zu Schreinereierzeugnissen, unter anderem auch Holzwürfeln. Sie stellte sich vor, die Namen der Verstorbenen auf die Holzwürfel zu schreiben und in den Altar zu stellen. So würde ihnen in jeder Messe gedacht werden.

Mit Andrea Rosenberger und Ingrid Hiebl, den beiden Palliativpflegefachkräften im Haus, wurde die Idee besprochen. Dazu kam noch, dass die Würfel um Allerheiligen in einer Feuerschale im Garten verbrannt werden sollten. Den beiden gefiel die Idee, die sogleich in das Palliativkonzept des Hauses übernommen wurde.

Zum ersten Mal fand die traditionelle Andacht für die Verstorbenen nach dem neuen Konzept heuer am Mittwoch, den 3. November im Haus statt. Die Bewohner*innen versammelten sich am späten Nachmittag in der Kapelle des Hauses, wo Kaplan Tomasz einen Gedenkgottesdienst hielt. In diesem Rahmen nahmen die Betreuungsassistentinnen der jeweiligen Wohnbereiche die Würfel „ihrer Bewohner*innen“ aus dem Altar heraus, lasen die Namen laut vor und legten sie in ihre Körbchen.

Nach dem Abendessen wurde ein Feuer in der wunderschönen, von Joschi Scherer selbst hergestellten Feuerschale entzündet. Herr Scherer hatte das schwere Schmuckstück am Nachmittag zuvor mit vereinten Kräften und der Hilfe seiner Frau Petra, unserer Hauswirtschaftsleiterin, und Sepp Pscheidl, unserem Haustechniker, in den Garten manövriert. Das Feuer entzündete sich fast von selbst und brannte bald stimmungsvoll im Garten. Rita Mühlbauer war gekommen, um der Zeremonie mit ihrer glockenklaren Stimme musikalische Umrahmung zu verleihen. Rita hatte sehr passende Lieder ausgesucht, welche die würdevoll traurige Stimmung untermalten. Die Betreuungsassistentinnen lasen jeden Namen von jedem Holzwürfel noch einmal laut vor und legten dann Würfel um Würfel ins lodernde Feuer. Dabei wurden sie von Bewohner*innen des jeweiligen Wohnbereichs unterstützt, die in stiller Andacht das Flammenspiel beobachteten.

Zusammen bilden die Andacht für die Verstorbenen und das Allerheiligenfeuer ein würdevolles Ritual für die Verabschiedung unserer verstorbenen Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen, das jedes Jahr wiederholt werden wird.