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10
April 2019

Weniger ist manchmal mehr - Psychopharmaka bei demenziell veränderten Menschen

Hoher Besuch und deutliche Worte zur Gabe von Psychopharmaka und Antidepressiva bei älteren Menschen

Prof. Dr. Janine Diehl-Schmid, Leiterin des Zentrums für kognitive Störungen und kognitive Reha am Klinikum rechts der Isar der TU München bot zunächst einen kurzen Überblick über das Krankheitsbild Demenz.

Dass einige Symptome der Demenz nur mit Medikamenten behandelt werden können und diese einen Segen darstellen können, stellte sie dabei nicht in Frage.

Welche Medikamentengruppen jedoch insbesondere bei hochbetagten Menschen nichtgenannte Nebenwirkungen auslösen können und deshalb gemieden werden sollten und welche Wechselwirkungen bei mulitmorbiden Menschen durch den Medikamentencocktail entstehen können stellte sie ebenso dar wie die Gefahr der sogenannten Verschreibungskaskaden: Bei einem Medikament werden Nebenwirkungen nicht als solche erkannt, worauf hin das nächste Medikament verschrieben wird u.sw.

Generell gilt der Gundsatz bei Psychopharmaka, wenn die Gabe nicht zu vermeiden ist: Start low - go slow. Die Dosierung sollte möglichst niedrig beginnen und sehr langsam nach Notwendigkeit gesteigert werden. Das Gleiche gilt übrigens beim Absetzen der Medikamente im Alter: Langsames Ausschleichen statt plötzliches Abrechen. Es sei denn, man hält es wie ein Bewohner, der kürzlich die Pflegekraft anraunzte: "Des Gift derfst selber fressen!".